Ausgabe 28 | Hamburger Geschichte(n)

// Ein Stück Geschichte, das 
dem Bombenhagel trotzte

Ortsporträt Nummer 12: Der Laeiszhof

Das Kontorhaus am Nikolaifleet ist nur den wenigsten bewusst bekannt. Dabei steht es dort schon seit 1897 und für eine äußerst interessante Vergangenheit. Erbaut für die Reederei von Ferdinand Laeisz, bietet es bis heute sehr spannende An- und vor allem Einblicke

Es war ein Wunder. Wer nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft durch die Straßen um den Nikolaifleet mitten in Hamburg fuhr, erblickte nur Trümmer. Wie Mahnmale ragten verbrannte Häuserreste in den Maihimmel vor 70 Jahren. Schutt füllte die Fleete. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass hier noch wenige Jahre zuvor pulsierendes Leben herrschte. Lediglich zwei Kontorhäuser hatten die schrecklichen Bombardements der Alliierten halbwegs unbeschädigt überstanden: Eines davon war der im Jahr 1897 errichtete Laeiszhof. Wer heute auf der scheinbar immerwährend befahrenen Willy-Brandt-Straße unterwegs ist, läuft leicht Gefahr, das Kleinod zu übersehen. Zumal jetzt, wo weite Teile des 
Gebäudes eingerüstet sind. Zudem ist seine Nachbarschaft längst wieder aufgebaut – zumeist allerdings mit seelenlosen Glasbauten. Lediglich die nur ein paar Schritte vom Laeiszhof entfernt liegende Ruine der Sankt Nikolaikirche erinnert an die Gräuel und die Opfer der Naziherrschaft. Die ehemalige Hauptkirche war während der Luftangriffe im Jahr 1943 zerstört worden.

»Der Laeiszhof ist ein Kontorhaus in Hamburg, gelegen am Nikolaifleet südwestlich der Trostbrücke«, lautet die nüchterne Beschreibung des Gebäudes in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. »Es wurde 1897/98 für die Firma 
F. Laeisz nach Plänen von Bernhard Hanssen, Wilhelm Emil Meerwein und Martin Haller im Stil der ›Hannoverschen Architekturschule‹ erbaut.« Bis heute ist das Haus Sitz der »Reederei F. Laeisz«, deren Segelschiffe wie die »Peking«, »Passat« oder »Preussen« im auslaufenden 19. und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als die weltweit schnellsten galten.

Wir haben uns Zeit genommen und eine Parkbank gesucht, dort, wo früher der Weg »Bei der Alten Börse« entlang führte. Lauschig ist es nicht – der Verkehr auf Dom- und Willy-Brandt-Straße brodelt und lärmt. Vor uns liegt der Nikolaifleet, in dessen Wasseroberfläche sich der Sommerhimmel und die Fassade des Laeiszhofs spiegeln. Ansonsten wirkt er unscheinbar. Vergessen. Dabei ist der Nikolaifleet ein für Hamburg gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutender Ort. Vor mehr als 825 Jahren – 1188 – begann hier die Entwicklung des Hafens. Ein Ort also, dessen geschichtliche Bedeutung die Architekten des Laeiszhofes bei seiner Gestaltung verarbeiteten. »Der für den Hamburger Kontorhausbau ungewöhnliche Rückgriff auf die mittelalterlichen Formen der Hannoverschen Schule, hier besonders reich mit Glasurziegelbändern und einem rustizierten Werksteinsockel, erklärte sich wohl vor allem durch die Geschichtlichkeit des Bauplatzes«, heißt es dazu im Architekturführer Hamburg von Ralf Lange.

Es ist aber nicht nur der Hafen, der an diesem Ort seinen Anfang nahm. Ralf Lange bezieht sich mit seiner Einordnung wohl auch auf den Bau der »Neuen Burg«, die hier im Jahr 1061 unter dem sächsischen Herzog Odulf als Wallburg errichtet worden war. Sie sollte »nach ihrer Schleifung unter den Schauenburger Grafen die Keimzelle einer aufstrebenden Kaufmannssiedlung« werden. Gut 130 Jahre später wurde hier die damalige Neustadt gegründet und an Stelle der Burg die ers-te Nikolaikirche errichtet.

Beim großen Brand im Mai 1842 sollte die Gegend rund um den heutigen Laeiszhof dann ein weiteres Mal eine bedeutende Rolle in der Stadtgeschichte spielen. Das Feuer brach seinerzeit in einem der an dem Nikolaifleet gelegenen Kontorhäuser aus und zerstörte große Teile der Altstadt. Weil es lange trocken gewesen war und kräftiger Wind wehte, konnte das Feuer sich mehr oder weniger ungehindert ausbreiten. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Dafür erhebt sich auf der gegenüberliegenden Seite jetzt der Reederei-Sitz – ein dreiflügeliges Gebäude, dessen Grundriss dem gekrümmten Verlauf des Fleetes und der anliegenden Straßen folgt. Erbaut  wurde es in der unteren Hälfte aus Sandsteinquadern und im oberen Teil aus Ziegeln. Es ist die vielfältige Gestaltung, sei es durch unterschiedliche Farben, Erker, Stuckelemente oder Verzierungen, die dem Betrachter auffallen und ihn faszinieren. Sechs Geschosse ragt das Kontorhaus in die Höhe, sein Innenhof ist glasüberdacht.

Seine Dreigliedrigkeit lässt sich für den Betrachter sehr schön an der Fassade erkennen. Da ist zunächst das Kellergeschoss. Seine Erbauer verwendeten hellgraue Quadersteine aus Granit. Ein Gesims nach oben schließt dieses Geschoss ab. Dann folgen zwei Etagen, die zwar ebenfalls mit Quadern aus Granit verblendet wurden. Hier aber wurde statt des hellgrauen ein rotbrauner Farbton gewählt. Zu guter Letzt – wieder wurde ein Gesims zur Trennung verwendet – folgen zwei Haupt-
geschosse und ein etwas niedrigeres Attikageschoss. Die dritte Ebene der Fassade wurde mit reich gegliedertem Backsteinmauerwerk verblendet. Die beiden Hauptgeschosse stechen zum einen dadurch hervor, dass ihre gro-ßen Fensternischen über zwei Etagen reichen. Zum anderen wechseln sich in der Horizontalen glasierte und unglasierte Ziegel ab, was das Gebäude mehrdimensional wirken lässt. Die Attika, die von der Renaissance über die Zeit des Barock bis hin zum Klassizismus ein beliebtes Architekturelement war, zeichnet sich beim Laeiszhof durch deutlich kleinere Fenster aus, die dicht beieinander stehen.

Im Dachbereich sind zwei kleine, quadratische Türmchen zu erkennen und dazwischen die Skulptur eines Pudels. Das Tier hat natürlich eine Geschichte, die eng mit der Unternehmerfamilie verbunden ist. Carl Laeisz, der Sohn von Firmengründer Ferdinand Laeisz, versteckte in diesem Gebäude nämlich eine Liebeserklärung an seine Gattin Sophie. Wegen ihrer nur schwer zu bändigenden krausen Haare trug diese den Kosenamen »Pudel«. Wobei das Wort selbst bei der Reederei schon seit dem Jahr 1857 eine besondere Rolle spielte. Damals hatte Laeisz das erste Schiff, dessen Bau er selbst in Auftrag gegeben hatte, auf diesen Namen getauft. Von diesem Zeitpunkt an trug jedes weitere seiner 84 Segelschiffe einen Namen, der mit dem Buchstaben »P« anfing. Da verwundert es nicht, dass die für damalige Zeiten außerordentlich schnellen Segelschiffe der Reederei als die berühmten »Flying P-Liner« in die Geschichte der Seefahrt eingingen. Sie umfuhren das gefährliche Kap Horn und sorgten letztlich dafür, dass die Reederei F. Laeisz zu den weltweit anerkanntesten wurde.

 

er Laeiszhof steht als Kontorhaus nicht nur für einen Gebäudetyp, der in der Zeit zwischen 1886 bis zum Zweiten Weltkrieg als Bürohaus – zumeist für Handelsunternehmen – entworfen und gebaut wurde. Vielmehr sagt seine Gestaltung der Fassade und der Innenräume auch etwas über den Erfolg des Handelshauses aus. Wie wir später sehen werden, ist das Treppenhaus des Laeiszhofs ein gutes Beispiel für eine repräsentative Gestaltung. Doch nicht nur die verdankt er vor allem dem Glücksfall, dass Hamburgs berühmter Architekt Martin Haller unter Mitarbeit von Bernhard Hanssen und Emil Meerwein das Gebäude entwarf. Dieser hatte schließlich schon gut zehn Jahre vorher mit dem Dovenhof den Prototyp eines Hamburger Kontorhauses entworfen. Ein Gebäude, das vor allem durch seine Funktionalität bestach und mit einer Hauspost, einer elektrischen Lichtzentrale, einer zentralen Sanitär- und Heizungsanlage sowie einem Paternoster-Personen-Aufzug ausgestattet wurde. Daran orientierten sich die Architekten natürlich auch beim Laeiszhof.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die meisten Kontorhäuser mit dem Hafen der Hansestadt verbunden und in der Aufteilung ihrer Räumlichkeiten flexibel waren. Das Besondere am Laeiszhof ist jedoch die Tatsache, dass er als Gebäude nicht nur für ein, sondern unterschiedliche Unternehmen errichtet wurde. So hatte dort nicht nur die Reederei F. Laeisz ihren Sitz, sondern er wurde auch zur Heimat für bedeutende Seeversicherer und so bald zum Brennpunkt des hamburgischen Seeversicherungsmarktes. Den Grund dafür lieferte ursprünglich auch wieder Laeisz, denn dessen Firma betrieb selbst bereits seit dem Jahr 1850 ein Assekuranzgeschäft – vornehmlich für das Schiffskasko- und Warenversicherungsgeschäft. Und auch in diesem Bereich hatte sie sich über die Jahre einen achtbaren Namen erarbeitet. Das lockte andere an und so kam es, dass ein Teil der Büroräume von unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften bezogen wurde. Zumal die Versicherung von Schiffen und ihrer Ladungen im Sinne der Risikoteilung längst von mehreren Unternehmen gleichzeitig übernommen wurde. Und noch eine Gesellschaft zog schon bei der Fertigstellung in den Laeiszhof ein und ist bis heute dort geblieben: Die »Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger« (DGzRS), in der bei ihrer Gründung 1865 der von Ferdinand Laeisz vier Jahre zuvor ins Leben gerufene »Hamburgische Rettungsverein« aufgegangen war.

 

ber gönnen wir uns nun einen Blick in das Innere des Gebäudes. Es sind ja nur einige wenige Schritte. Wir passieren die Trostbrücke und stehen vor der Eingangsfront des Kontorhauses. Sie ist überraschend schmal gehalten und wirkt fast ein wenig versteckt. Lediglich ein Torbogen in der Mitte sticht hervor und bildet den Eingang. Über der Tür prangt das Zeichen der Reederei F. Laeisz, dessen drei Sterne im Wappen die drei Standbeine des Unternehmens – Handel, Schifffahrt und Assekuranz – symbolisieren. Zwischen dem dritten und vierten Obergeschoss stehen vier von Bruno Kruse geschaffene Statuen, die Kaiser Wilhelm I., Fürst Bismarck sowie die Generalfeldmarschälle Albrecht von 
Roon und Helmuth von Moltke darstellen.

Wir treten ein und die Eingangstür fällt leise ins Schloss. Von einem Moment auf den anderen verstummt all der Lärm der pulsierenden Innenstadt. Die Augen benötigen einen Augenblick, sich an das sanfte Licht in der Eingangshalle zu gewöhnen. Der Paternoster bewegt sich mit sanftem Geräusch und zusammen mit dem Treppenaufgang und den umlaufenden Galerien wirkt das Ensemble wahrlich einladend. Durch das milchige viereckige Glasdach sorgen LEDs für ausreichend Helligkeit und schaffen dadurch eine angenehm-zurückhaltende Atmosphäre. Unterstützt wird diese Wirkung noch von dem warmen Licht, das die Leuchten auf den einzelnen Etagen absondern.

Wer die Treppen hinaufsteigt, bemerkt die gusseisernen Säulen, die die Galerien stützen. Faszinierend sind die schmiedeeisernen Geländer mit ihren floralen Ornamenten. Das jeweilige Geschoss wird durch eingearbeitete Ziffertafeln angezeigt. Die Wände sind weiß gestrichen, die Decken dagegen dunkel gehalten. Alles fließt harmonisch ineinander, wirkt ästhetisch. Das gepflegte Ambiente steht für wirtschaftlichen Erfolg und für Zeiten, in denen die Art eines Bürogebäudes noch repräsentative Gründe hatte. Nikolaus H. Schües, Partner der Reederei F. Laeisz GmbH, sieht das allerdings deutlich nüchterner. »Das Haus wurde seinerzeit für das Unternehmen gebaut und bedeutet inzwischen ein Stück weit Identität«, sagt er. Wir sitzen in einem großzügigen Sitzungszimmer an einem Tisch. Durch die Fenster kann man den Nikolaifleet sehen. An einer der Wände hängt ein überdimensionales Bild. »Es zeigt die Schiffe der Reederei F. Laeisz, die nach Ende des 
Ersten Weltkrieges in Chile arrestiert waren«, erklärt Schües und fügt hinzu: »Die Verhandlungen über diese Schiffe fanden in diesem Zimmer statt. Hier wurde über das Wohl und Wehe dieses Unternehmens entschieden.«

Es stand seinerzeit in der Tat außerordentlich ernst um das Unternehmen. Schließlich war nach der Weltkriegsniederlage des Deutschen Reichs im Versailler Vertrag festgelegt worden, dass nahezu alle deutschen Handelsschiffe den Alliierten ausgeliefert werden sollten. Für die Reederei F. 
Laeisz bedeutete das den Entzug ihrer Geschäftsgrundlage. Sie wurde allein dadurch gerettet, dass ihre Schiffe zunächst in Chile lagen und die Reederei bei der Rückführung in die Heimat dann auf eigene Rechnung das in Europa dringend benötigte Salpeter transportieren durfte. Der Erlös dieser Frachten war so hoch, dass das Unternehmen die meisten Segelschiffe von den Alliierten zurückkaufen konnte.

 

Nicht nur wenn man von derartigen geschichtlichen Vorgängen erfährt, wirkt der Laeiszhof ein wenig wie ein Museum. Wir sind wieder zurück in der Eingangshalle und nähern uns langsamen Schrittes einer dunklen, monumentalen Bronzeskulptur. Sie ist das letzte Werk des Jugendstilkünstlers Caesar Scharff. Die Reederei hatte die Skulptur 1903 für ihr Kontorhaus bestellt. Sie stellt einen Werftarbeiter, einen Seemann sowie eine weibliche Gestalt dar und soll jene Bürgertugenden von »Kraft, Fleiß und Fürsorge« symbolisieren, denen die Firma Laeisz sich bis heute verpflichtet fühlt. Der erste Blick des Betrachters fällt auf einen kräftigen, muskulösen Mann, der in der Mitte der Skulptur auf einem Sockel steht und als die zentrale Figur gilt. Er ist nur mit einem Lendenschurz und einem Südwester – eine aus Öltuch hergestellte, wasserdichte Kopfbedeckung für Seefahrer – bekleidet. Sein Gesicht ist ernst und sein Blick in die Ferne gerichtet. Im angewinkelten rechten Arm hält der Mann, der den Seemannsberuf symbolisiert, ein Schiffsmodell. Links neben dem Mann sitzt eine Frau mit einem dicken Buch im Schoß. Sie steht für das Schiffskasko- und Warenversicherungsgeschäft. Ihr gehobener linker Arm bedeutet eine schützende, ja fast schon abwehrende Geste, so als wollte sie Unheil von dem Seemann abwenden. Auf der rechten Seite sitzt ein ebenfalls kräftiger Mann – ein Werftarbeiter, wie die Schiffsschraube, die er in den Händen hält, erahnen lässt. Mit der Skulptur ist eine Rückwand verbunden, auf der Reliefs von Hafenszenen zu erkennen sind.

Dort ist auch das Segelschiff »Preussen« zu sehen, das eine ganz besondere Rolle in der Firmengeschichte spielt. Der Enkel des Gründers Ferdinand 
Laeisz, Carl Ferdinand, galt als genialer Schiffsbauer, aber auch als mächtiger Dickkopf. Während einer Grippewelle im Jahr 1900 steckte er sich an, bekam hohes Fieber, wollte sich jedoch nicht mit der von seinem Arzt verschriebenen Bettruhe abfinden. Statt dessen unternahm er kurzerhand eine Radtour und fuhr an einem Tag von Hamburg nach Schwerin und wieder zurück. Das war zu viel für den kranken Körper und Carl Ferdinand starb. In einer Schreibtischschublade fand man die fertig ausgearbeiteten Pläne für die »Preussen«. Sein Vater Carl Laeisz sorgte dann dafür, dass sie gebaut wurde. Sie war die einzige Fünfmastbark der Weltschifffahrt und galt seinerzeit technisch als der absolute Höhepunkt der Salpeterfahrt um das Kap Horn. Ein langes Leben war ihr allerdings nicht vergönnt. Nach einer Kollision, die ein Dampfer verschuldete, ging das Schiff im Jahr 1910 im Kanal zwischen England und Frankreich verloren.

Nachdem wir uns die Skulptur lange genug aus der Nähe angeschaut haben, lohnt es sich, ein paar Schritte zurückzutreten und sich auf der gegenüberstehenden Bank niederzulassen. Jetzt entfaltet sich erst die vollständige Wirkung der Figurengruppe. Sicher, sie stammt aus einer anderen Zeit. Aus einer Zeit, in der die Globalisierung noch in den Kinderschuhen steckte. Aber Hamburg war schon damals sowohl Deutschlands Tor zur Welt, als auch für die Welt das Tor zu Europa. Trotz Nationalismus und Krieg war es hier, an diesem Ort, selbstverständlich, mit anderen Ländern Handel zu treiben. Natürlich käme in unserem heutigen Zeitalter wohl kein Bildhauer auf die Idee, die Figuren so martialisch und so ungebrochen optimistisch darzustellen. Aber als die Skulptur entstand, inmitten der Gründerzeit, befand Deutschland sich – und Hamburg im Besonderen – im Aufbruch. Vieles schien damals möglich. Die Zuversicht vor allem in den Kontorhäusern der Stadt kannte kaum Grenzen.

Vor allem die Inhaber der Firma F. 
Laeisz konnten mit Selbstbewusstsein in das neue Jahrhundert starten. So war der Name Laeisz in den Jahrzehnten davor unter den Gründern vieler Schifffahrtsunternehmen zu finden: HAPAG, Hamburg-Süd oder Vereinigte Bugsier- und Frachtschiffahrts-Gesellschaft, um nur einige zu nennen. Noch sind die Schifffahrtsflaute in den Jahren 1907 und 1908, der Untergang der »Titanic« und der Erste Weltkrieg in weiter Ferne. Die Skulptur entlässt den Betrachter in jedem Fall mit einer Vorstellung für die Stimmung jener Zeit. Beim Hinausgehen aus dem Laeiszhof bemerken wir schließlich auch noch die aufwendige Kupferverkleidung der Tür und stellen fest: Es ist wie so oft in der Hansestadt, was von außen funktional aussieht, entfaltet in seinem Inneren eine unerwartet edle Eleganz.

 

Foto Marcelo Hernandez | Text Oliver Schirg