Porträt –

Bundesligashow

 

 

AUTOR: DAVID POHLE  

FOTOS: RENÉ SUPPER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 36

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April 1982. Ich hatte Fußball gespielt, D-Jugend Altona 93, war 13 Jahre alt und der HSV war bereits mein Verein. Im Auto lief NDR 2, Bundesliga, Radiokult, vorentscheidendes Spiel um die Meisterschaft. Bayern München gegen den HSV. Gerd Rubenbauer, Starreporter des Bayerischen Rundfunks, meldete sich siegesgewiss mit dem Zwischenstand aus dem Olympia-stadion: 3 : 1 für die Bayern, nur noch rund 20 Minuten zu spielen. Und die Schlusskonferenz ging gerade los. Seit 1963 im WDR erstmals über die gerade gestartete Bundesliga berichtet wurde, ist Fußball-Deutschland nicht denkbar ohne die samstägliche Bundesliga-Konferenz im Radio. Das bürokratische Fußballungeheuer klingt zwar nach Aktenordner und Büroklammer, ist mit Halbzeit- und vor allem wegen der immer spannenden, oft dramatischen Schlusskonferenz ein schlüssiger Grund für die Zahlung von Rundfunkgebühren. Bis heute fallen sich die Reporter gegenseitig ins Wort, um mit überschlagenden Stimmen Tore und Platzverweise zu vermelden, Elfmeter anzukündigen, ersehnte Schlusspfiffe zu verkünden. Und Rubenbauer meldete sich – zunehmend zerknirschter – aus München, immer mit dem Ruf: „Tor. Tor in München, das glaub ich nicht: Tor für den HSV.“ Der Anschluss, der Ausgleich. Und Horst Hrubeschs Siegtreffer zum 4 : 3 in der 90. Minute. Der HSV war im wohl besten Fußballspiel der Bundesliga-Geschichte vorzeitig Deutscher Meister geworden. Im Opel Commodore von Trainer Hachmann euphorisierte sich die halbe Mannschaft, durchgeschwitzt, jubelnd, lachend und mächtig stolz auf den HSV und Hamburg. Noch heute – bis in die späten 1980er-Jahre mit der einprägsamen Titelmelodie von Thommy Dorsets Song of India („Di didelididii didi“ usw.) – zieht es mich vors Radio, um – wie der kölsche Torwarttünn Toni Schumacher einst meinte – Fußball mit den Ohren zu sehen. Im Radio eine wahre Kunstform, wenn der Mix aus Stadion, Rhythmus und Stimme der richtigen Reporter – früher selbst Legenden wie Werner Hansch, Günter Maletzko oder Manni Breuckmann – das Kopfkino starten lässt.

 

35 Jahre danach, Ende Mai. Ich habe mich bei Uwe Bahn, einem NDR-Urgestein, eingeladen, um neben ihm, dem Moderator der Bundesliga-Show, den letzten Spieltag der Saison 2016/17 zu erleben. Die Voraussetzungen sind, liebt man den Tanz auf der Rasierklinge, erstklassig. Heimspiel gegen Wolfsburg, die Situation ist klar: Gewinnt der HSV, rettet er sich. Wenn nicht, bekommt er zum dritten Mal in vier Jahren die nervenaufreibenden Relegationsspiele gegen den Dritten der 2. Liga. Den kompletten Artikel lesen Sie in unserer Ausgabe Herbst 2017.

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