Partnerstadt Dresden –

Nu gugge dor ma!

 

 

 

AUTOR: FRANK GOLDAMMER

FOTOS: MEDIASERVER.DRESDEN.DE

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 35

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„Dresden“, sagte mir einmal der zugezogene Jungschauspieler Jonas Friedrich Leonhardi, „ist wie eine dicke, alte Oma. Etwas langsam und bequem, aber sie hat auch immer etwas Süßes für einen parat.“
Das war frech, doch damit lag er ganz richtig. Jedoch bin ich so frei, dieses Zitat ein wenig zu ergänzen: Dresden ist eine nette, dicke, alte Oma. Langsam und bequem, und sie hat immer etwas Süßes parat. Aber sie möchte auch, dass man ordentlich „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ sagt, den Müll in den
Papierkorb wirft und sich nicht ungehörig im Sessel fläzt.
Wussten Sie, dass der Teebeutel eine Dresdner Erfindung ist, außerdem die Filtertüte, Mundwasser und Zahnpasta in der Tube, die Filterzigarette, der Bierdeckel und der BH? Beinahe, als hätten sich die zwei wichtigsten Charaktereigenschaften dieser Stadt manifestiert. Man mag es reinlich und bequem. Hätte es sich in den 40 Jahren der Ahnungslosigkeit gelohnt, den Fernsehsender zu wechseln, dann
hätte man hier wohl auch die Fernbedienung erfunden.
Man meidet unnötige Anstrengung. Selbst die Warnung: „sgladschdglei“ (es klatscht gleich) bringt nur zum Ausdruck, dass der Dresdner bloß wütend darüber ist, dass er wütend ist. Wenn dann etwas klatscht, dann bestenfalls seine Hand auf die Tischplatte.
Dresdner zanken ganz gern, aber nur untereinander. Einmischung hassen sie. Beim öffentlichen Streit um die Waldschlösschenbrücke fühlte sich die Mehrheit bevormundet. „Das geht Se gar nüscht an“, murrte der eine oder andere und zog sich eingeditscht in eine Ecke zurück. Aber nicht allzu lang, man lebt hier sehr gesellig.
Mag sein, dass man hier, um Konsens bemüht, gelegentlich übers Ziel hinausschießt. So wird zum Schutze der kleinen Hufeisennase, einer Fledermausart, in der Nacht auf besagter Brücke die Höchst­geschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt. Als ob ein pfeilschnelles, mit Ultraschall Insekten jagendes Tier ein schnelles Auto nicht erkennt und versehentlich hineinbeißt. In Wirklichkeit zeigt sich in dieser Episode eine weitere Charaktereigenschaft des Dresdners: Er hat Humor. Zumindest die meisten. Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Sommer 2017.

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