Porträt –

Hälssen & Lyon

 

 

AUTORIN: HEIKE GÄTJEN  

FOTO: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 36

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Hier wird Tee gelebt. Schon seit Jahrzehnten! Am Pickhuben 9, im Welterbe der Hamburger Speicherstadt. Im Stammsitz von Hälssen & Lyon, einem der weltweit führenden traditionellen Teehandelshäuser. Fassade aus warmem, braun-rotem Backstein, mit dem Firmenlogo in goldenen Lettern. Reminiszenz an romantisch verklärte Zeiten, in denen der Tee in Kisten per Schute auf der Fleetseite angelandet wurde, gehievt mit einer Seilwinde auf den 5. Boden (Stockwerk) und in dem düsteren Lagerraum mit riesigen Schaufeln durch große Löcher im Boden der Böden bis ganz nach unten durchgekippt (gemischt) wurde, um am Ende in gehämmerten Sperrholzkisten wieder unterm Dach eingelagert zu werden. In diesen Jahren des frühen 20. Jahrhunderts erreichte man London von Hamburg aus mit dem Dampfschiff in rund zwei Tagen.


Heute geht alles zweckmäßig, nüchtern und vor allem schneller. Ein Flug von und nach London dauert 90 Minuten. Im Inneren des unter Denkmalschutz stehenden Lagerhauses sieht es auch anders aus. Hell und aufgeräumt. Tradition und Moderne. Teeprobierende Mitarbeiter tragen rote Schürzen und greifen auf eine Datenbank mit 26 000 unterschiedlichen Rezepturen zurück. An der Wand säuberlich aufgereiht, Hunderte Dosen mit Mustern der eingekauften klassischen Tees und Teespezialitäten aus Indien, China, Sri Lanka, Afrika. Heute wird der Tee nicht mehr in der Speicherstadt gelagert, sondern im eigenen Werk in Allermöhe. Der Stammsitz, der ist immer noch am Pickhuben. Dort wird Tee verfeinert, gemischt, aromatisiert, entkoffeiniert, getestet und natürlich auch getrunken. In Allermöhe werden Extrakte hergestellt, zuckerfreie Tees in Flaschen abgefüllt und exquisite Teemischungen für Geschäftskunden in aller Welt maßgefertigt. Die gehen dann u. a. an Gourmetrestaurants, klassische Teehäuser und Luxushotels. Dort führen – wie zum Beispiel im Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee – Teesommeliers Gäste in die Faszination des weltweit am zweithäufigsten getrunkenen Getränks ein. Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Herbst 2017.

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