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Jutta Werner

 

 

AUTORIN: ANNA BENITA STEINHARDT  

FOTO: IVO VON RENNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 35

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„Vor einem weißen Blatt Papier fällt mir gar nichts ein, jedenfalls kein Design!“, sagt sie mit strahlendem Lächeln. Wer je die von Jutta Werner gestalteten Showrooms und Messestände so namhafter Firmen wie Dedon, Vorwerk und Ligne Roset gesehen hat, wird das für einen Scherz halten. Ist es aber nicht. Ich weiß das. Vor fast 30 Jahren zog Jutta Werner aus der aufgeräumten westfälischen Provinz direkt in einen heruntergekommenen Gewerbehof in der Fettstraße. In das Loft unter mir. Und sie saß dort wenig später tagelang vor einem weißen Blatt Papier, um sich an der Hochschule für bildende Künste Hamburg für Architektur zu bewerben. Bis sie mich dann um Hilfe beim Texten bat und, vor allem wegen ihrer mit eingereichten Entwürfe, einen Studienplatz bekam. Seither sind wir befreundet.


Wo findet die Jutta nur ihre Ideen? Irgendwo im Nirgendwo: auf der Straße, in Fabrikräumen, in der Natur, auf Reisen. Sie sieht, was andere nicht sehen und findet, was sie gar nicht gesucht hat. Wie kürzlich auf einer Wanderung im Himalaja den Stoff für ihren neusten Design-Clou, den Teppich Nomad 01. An einem kleinen Kiosk eines Bergdorfs baumelten Schnüre, deren silbrig-goldenes Blinken Jutta schon von Weitem ins Auge stach. „Ich fühlte mich wie eine Elster. Ich musste diese glänzenden Schnüre haben! Obwohl ich überhaupt nicht wusste, was es war.“ Jutta kaufte alle und zeigte sie auf der Rückreise dem Chef einer indischen Weberei. Übrigens auch ein Kunde von ihr. Die Schnüre entpuppten sich als ein reines Recyclingprodukt. Das
Innere: gedrehte Pappe, das glänzende Äußere: Bonbonpapier! Das Ganze: äußerst stabil. Ihr war sofort klar, dass sie mit diesem Material einen Teppich entwerfen würde. Wieder zurück in ihrem Studio in der Lager­straße, direkt unterm Fernsehturm, experimentiert sie mit matten und weichen Materialien, die sie als Gegenspieler zu den recycelten, harten, glänzenden Bonbonpapierschnüren haben möchte. Sie entscheidet sich für hochwertige Schurwolle und lässt bei der Weberei in Indien Nomad 01 fertigen. Volles Tempo, bei vollem Risiko. Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Sommer 2017.

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