Spotlight – Schanzenhöfe

AUTORINNEN: SVENJA HIRSCH/SIMONE RICKERT   

FOTOS: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 34

» MAGAZIN BESTELLEN

Mit der Bierflasche großgezogen: „Mein Opa war Brauereivorstand bei Patrizier in Nürnberg. Er hat immer zu mir gesagt: ‚Mach bloß keinen Brauer! Da musst du den ganzen Tag putzen!‘ “, erzählt Daniel, während ich mich noch auf einem der Holzschemel am Verkaufstresen zurechtruckel. „Außer Bier – und Glühwein in Nürnberg! – habe ich nie etwas anderes getrunken. Bier ist sehr down to earth, und ich selbst mag es bodenständig. Wir sind der erste reine Craft Beer Store in Hamburg, wenn man vom Bierland in Wandsbek und dem Haus der 131 Biere absieht. Die verkaufen allerdings auch noch Zeitschriften“, Daniel grinst. Sein Store
gehört zur Brauerei, die hier vor fünf Jahren einzog – und eben in einem Raum noch Platz hatte. „Ich konnte mich hier austoben und habe die Auswahl von aktuell über 500 Sorten getroffen. Unser Locals-only-Kühlschrank ist komplett voll. Nicht vergleichbar mit Berlin, aber immerhin etwa 12 Brauer – oder Valentin?“, Frage in Richtung des neuen Assistant Store Managers. „Elf!“, gibt der bestimmt zurück, während er den morgendlichen Bestand überprüft. „Nur bei den Gastros hinkt Hamburg hinterher. Zwei, drei Schankwirtschaften gibt es, dann wird es schon dünn.“ Ich frage nach Ottos Burger in Altona, in dem es eigenen Tests zufolge viel Craft Beer gibt. „Dort waren wir mit Ratsherrn gerade Bier der Woche“, wirft Valentin dazwischen. „Ja, aber das ist eben ein Burgerladen“, sagt Daniel. Will heißen? „Da isst du etwas, aber du verweilst nicht.“ Ach so! Bei Veranstaltungen in den Schanzenhöfen verweilt man immerhin bei Daniels Sortiment: „Der LUV Möbelinterieurladen hat oft Präsentationen neuer Stücke und holt dafür Bier bei uns. Beim Elbgold holen wir wiederum unseren Kaffee. Gemeinsame Projekte gab es zwar noch nicht – aber so ein Coffee Porter wäre eine gute Idee!“ Er selbst braut mit Papa seit Kurzem unter eigener Marke. Was er vom Reinheitsgebot hält, frage ich. „Früher hat es für den Export Sinn gemacht. Heute bekommt man für Craft schnell Sonderbraugenehmigungen. Ich würde das Reinheitsgebot schleunigst ändern, bevor es abgeschafft wird. In ein Natürlichkeitsgebot zum Beispiel. Es wird ja nirgendwo mehr nach dem Originalgebot von 1515 gebraut. Ich muss darüber immer schmunzeln.“ Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Frühling 2017.

Newsletter

Hamburg von seiner schönsten Seite.

Jetzt eintragen!