Spotlight – Schanzenhöfe

AUTORINNEN: SVENJA HIRSCH/SIMONE RICKERT   

FOTOS: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 34

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Gut zehn Jahre ist es inzwischen her, dass der Koch Tim Mälzer und sein Geschäftspartner Patrick Rüther eine passende Location für ihr neues Restaurant suchten. Mit dem Rad ist Patrick durch die Stadt und ihre Hinterhöfe gegurkt und hat dabei die Schanzenhöfe entdeckt. Sie lagen da wie im Dornröschenschlaf: ein bisschen verfallen, besprüht, eingeschlagene Scheiben, eine Schrauberwerkstatt, Lager für Theater­requisiten, ganz früher eine Kartbahn. Die beiden waren sich einig: wunderschönes Gebäude. „Heute fühlen wir uns hier pudelwohl. Aber das war eine lange, anstrengende und harte Zeit. Die Planung, alle überreden, auf Entscheidungen warten“, erinnert sich Patrick. Das Gelände gehört der Stadt, die die Gebäude an den Fleischgroßmarkt verpachtet. „Das sind alles ganz ehrliche Jungs, die stehen um 4 Uhr morgens im Kittel da, egal wie millionenschwer sie sind.“ Ein Immobilienprojekt gehörte nicht gerade zu ihrem Kerngeschäft. Die Gastronomen rechnen es dem Großmarkt hoch an, dass er nicht auf Nummer sicher ging und irgendwelche Filialisten und Ketten als Mieter genommen hat. Und sie freuen sich umso mehr, dass ihr Konzept aufging. Heute hat jeder zusätzlich seine eigenen Projekte: Tim seit neustem Die gute Botschaft, dann den Off Club, Patrick plant etwas in den Riverkasematten. Aber dies hier ist immer noch ihr wichtigster Laden. Die Bullerei wurde also der erste neue Mieter in den alten Viehhallen. Patrick: „Hier fand die Begutachtung und der Verkauf statt. Dann wurden die Tiere durch einen Tunnel unter der Lagerstraße hin zum Schlachthof geführt. Die Halle, in der die Bullerei ist, hieß ,Halle für Kälber und Versandschweine‘. Gemein, oder? Das Kopfgebäude, wo das Deli ist, war die Wasch­anlage für die Fahrzeuge, teils noch Kutschen.“ Mit den Nachbarn sei es ein sehr sehr nettes Miteinander. Da die beiden hier die ersten waren, ist der Kontakt zu allen sehr eng, man trifft sich, das Personal feiert zusammen, Patrick trinkt regelmäßig seinen Kaffee im Elbgold, sein Kind war im Musikkindergarten. Bevor die Bullerei kam, war sogar ernsthaft im Gespräch, die alten Gebäude abzureißen und an ihre Stelle Mehrzweckhallen zu setzen. Ein ziemliches Glück für alle, dass Patrick hier mal mit dem Fahrrad längs gefahren ist. Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Frühling 2017.

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