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Speisekammer
SPOTLIGHT WEIDENSTIEG
Text: Marco A. Gomes | Fotos: Giovanni Mafrici
Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 70
SCHON DAS SCHAUFENSTER zeigt, welch Geist in diesen Räumen herrscht: Zu lesen ist ein Gedicht vom deutschen Dichter Christian Morgenstern (1871–1914), das ein fiktives Gespräch zwischen Herrn Löffel und Frau Gabel zum Inhalt hat. Seit 2007 servieren Tanja und Dietmar Pies im Weidenstieg Frühstück (hausgemachte Brioche!), Mittag (wir hatten Quiche mit Pflücksalat) sowie Kaffee und Kuchen (Highlight: Schokoladenkuchen mit Beerengrütze und Sahne). 70 Prozent der Gäste sind Stammkunden. Die Einwohner leben seit vielen Jahren hier, die Geschäfte sind fest etabliert. Man kennt und schätzt sich. Viele starten ihren Tag in der „Speisekammer“, stärken sich hier am Mittag oder lassen gleich den Tag ausklingen. Die „Speisekammer“ ist dafür wie gemacht. „Die Lage zwischen Eppendorfer Weg und Christuskirche ist ideal“, findet Tanja, „verkehrsarm, charmant und nicht ohne Wirkung.“
Sie und ihr Mann kommen ursprünglich aus der Hotellerie. Auf der Suche nach einem geeigneten Hotel-Standort stießen sie auf den Weidenstieg. Tanja war sofort verliebt, überzeugte ihren Mann, den Laden zu mieten. Das Konzept für das Café erarbeiten sie erst nach der Übernahme. Wichtig war ihnen, das Geschäft aber auf mehrere Beine zu stellen: ein Café, ein Catering-Angebot und die Belieferung von Kindergärten und Schulen. Das sprach sich herum. Die Anzahl der Abnehmer nahm zu. Inzwischen produziert die Speisekammer in Ahrensburg und ernährt täglich etwa 1000 Kinder.
Im Café wird nur für das Café produziert. Hier soll es vor allem entspannt zugehen. 45 Plätze innen, 45 Plätze außen, Treppe runter, Treppe rauf – das tägliche Sportprogramm sei inklusive, sagt Tanja und lacht. Ihr Team besteht aus studentischen Aushilfen und Schülerinnen. Die Atmosphäre in der „Speisekammer“ wirkt vertraut und ungezwungen. Das Geschäft laufe gut: Frühstück, Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen erfreuen sich großer Beliebtheit. Insbesondere an den Wochenenden ist kaum ein Platz frei. Vom Kuchen über Pasta bis Spätzle – alles ist selbst gemacht. Die Brötchen kommen von der traditionellen Bäckerei Heinrich Wulf, das Gemüse vom Gemüseladen einen Straßenzug weiter. Ein Job mit Freude, das strahlt das Paar aus. Und das merken auch die Gäste.




