Spotlight – Museumsmeile

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: RENÉ SUPPER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 37

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Bunt, unkonventionell und mit viel Körpereinsatz. Das ist nicht nur Gegenwartskunst aus Japan, sondern auch Galeristin Mikiko Sato, wenn sie ihre Geschichte erzählt: „Ich komme aus Hokkaido in Japan und habe dort einen Deutschen kennengelernt, der mir so viel über sein Land erzählt hat, dass ich unbedingt einmal hin wollte! Ein Jahr lang kam ich her, dann musste ich zurück, mein Konto war leer. Drei Jahre lang habe ich Geld gespart, dann bin ich zurückgekommen. Ich fand es toll, auch für mich als Frau. Man ist hier so frei! Mit der Galerie hat es sich langsam entwickelt, ich habe hier in Hamburg einen japanischen Künstler getroffen und bin immer wieder zu ihm ins Atelier gegangen, habe Leute und Galerien kennengelernt, erst geholfen, geholfen, dann organisiert, organisiert. Der damalige Leiter der Kunsthalle gab mir schließlich den Tipp, dass hier ein Raum frei sei.“


2002 eröffnete sie die kleine Galerie mit ihren nur ca. 50 Quadratmetern, seit 2008 unter eigenem Namen. Die Künstler finden sie durch Hörensagen, über andere Künstler und Kontakte, oder Mikiko findet die Künstler über das
Internet. Eine ganze Reihe vertritt sie regelmäßig, immer hat die Kunst etwas Handwerkliches an sich. Zum Beispiel die Punkte auf den Bildern von Yuki Yamamoto, die in mehreren Schichten angelegt sind, die Nachtfalter und Kaker­laken, die Akihiro Higuchi kleinstteilig per Hand mit japanischen Blütenmustern und Pin-ups bemalt. Oder die alten Fotos von Freunden und Bekannten, die Nobuyuki Osaki auf Glas abmalt, dann in Wasser taucht, verwischen lässt, um sie wieder zu fotografieren. Und die riesigen Salzbilder von Motoi Yamamoto, der für seine Kunst mitten im Raum sitzt und mit Salz aus einer Tube großflächige Bilder auf den Boden zeichnet. „Er sitzt teilweise bis zu zehn Stunden dort. Ich finde, so muss Kunst sein. Körperlich. Es gibt heute zu viel Kopfkunst. Da muss ich erst etwas lesen, bevor ich es verstehe. Aber diese Kunst kommt ohne Worte aus. Sie ist sprachlos. Das ist sehr wichtig, und die Hamburger lieben das.“

 

Oft wurde ihr gesagt, sie passe besser nach Berlin. Dann lacht sie bloß und schüttelt den Kopf. Mikiko liebt die Hamburger, so wie sie ihre Geschichte erzählt. Bunt, unkonventionell und mit viel Körpereinsatz.

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