Spotlight –
Paul-Roosen-Straße

AUTORIN: SVENJA HIRSCH   

FOTOS: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 32

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Thorsten, Inhaber des Clockers: Zur Eröffnung 2014 haben wir es nicht geschafft, das große Schild mit unserem Schriftzug aufzuhängen. Der Laden war trotzdem rappelvoll. Herren im Anzug sitzen bei uns neben tätowierten Typen und hippen Girls. Alle wissen meist viel über Spirituosen wie Gin und haben einen genauen Plan, was sie trinken wollen. Mit Gin und Kräuterlikör ging es auch bei der Marke clockers los: Ich habe als Unternehmensberater den Businessplan für das Start-up geschrieben. Als sich aus dem zugehörigen Restaurant Chapeau am Brandsufer Deich die Idee zur Bar entwickelte, bin ich eingestiegen. Vornehmen kann man sich das nicht. Ich habe immer passioniert gefeiert! Wenn man offen ist und vieles ausprobiert, hat man irgendwann so ein Bauchgefühl. Dass etwas Spaß macht und man damit weitermachen will. Wir haben das gesamte Interieur selbst gestaltet. Der Baum vor dem DJ-Pult stammt zum Beispiel aus einem Wald bei Niendorf. Vorher war der Laden das Tonstudio der Absoluten Beginner. Die Bar im ersten Stock zum Beispiel: ein Piano, das beim Umbau nicht durch den Treppenaufgang passte. Als wir es durchsägten, kam uns die Idee, die Bar einfach dort hineinzubauen. Die Säfte und Liköre machen wir ebenfalls selbst. Am Besten spricht man immer mit einem der Barleute, was es so gibt. Wir bilden als Team ein gutes Korrektiv. Ich lebe von der Kreativität des Barteams und sorge gleichzeitig dafür, dass wir nicht zu abgehoben werden. Die Barkultur in Hamburg schaukelt sich ja momentan derart hoch, das soll hier nicht passieren. Eher cool, lässig, auf dem Boden geblieben. Gäste aus der Tarterie oder TVino bekommen von uns auch mal einen Cocktail rübergereicht. Die Zeiten als Angestellter misse ich nicht: Ob ich den Job mache oder ein anderer, war komplett austauschbar. Diese Bar aber gibt es so kein zweites Mal!
An lauen Nachmittagen sitze ich selbst gern in der Tarterie. Einmal kam ein Mädel vorbei und erzählte von der tollen Bar, aus der sie ihre ganzen Gläser habe. Die anderen um mich herum grinsten und sagten ihr, wer ich bin. Obwohl ich entspannt blieb, lief sie direkt nach Hause und kam mit einem Tablett mit 20 Gläsern zurück … Ich liebe unsere Gäste, das Samstags-publikum ist das coolste, das es gibt – und kann auf das Schild genau so gut verzichten wie wir. Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Herbst 2016.

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