Gallery Lazarus

SPOTLIGHT WEXSTRASSE

Text: Simone Rickert Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 52

ZWEI KUNSTFORMEN, das Fotografieren und das Printen, nur zusammen machen sie ein gutes Endprodukt. Larry beherrscht sie beide. Er ist Fotograf und Printer, auf letzterem Gebiet in Fachkreisen als Koryphäe bekannt, nicht nur in Hamburg und Deutschland, international. Der bescheidene Mann sagt: „Es ist Übungssache, aber generell ein einfaches Ding.“ Ein Handwerk, das vor allem in Zeiten der Digitalfotografie wenige so perfekt beherrschen wie er: so belichten, dass der Betrachter nicht zu viel und nicht zu wenig sieht, Fehler im Negativ auf dem Abzug mit Pinsel und Tusche ausgleichen, jeder Print von einem Negativ ist ein Unikat – ein Kunstwerk, wenn aus seiner Hand. Das würde er so nie sagen, aber seine Tochter Joya. Als sie in das Geschäft mit eingestiegen ist, war sie selbst überrascht, dass Profis beim Hören des Namens Lazarus geradezu ehrfürchtig wurden – ihr Vater hat sich seinen Ruf hart erarbeitet. Joya war Journalistin, hat jedoch vor ein paar Jahren erkannt: „Dies weiterzuführen ist wirklich wichtig, das will ich.“ Die Ausstellung mit Prints des bekannten „Stern“-Reporters Kurt Will war ihre erste als Kuratorin. Nur einer von vielen Star-Fotografen, die Larry kennengelernt hat, deren Bilder er printet und in der Galerie verkauft. Als Bryan Adams mal eine Postkarte aus dem Urlaub schickte, da hat Joya als Teenager gemerkt, dass ihr Vater eventuell keine alltägliche Arbeit macht. Angefangen hat er im Bad und Wohnzimmer seiner Eltern in London, da war er zwölf: „Die Chemikalien haben alles versaut.“ Ausbildung mit 14 und dann war er im London der Swinging Sixties bald so gefragt, dass eine Agentin ihn nach Hamburg vermittelte, in die Studios von F.C. Gundlach. 1985 hat er sich als Fotograf und Laborant selbstständig gemacht. Er hat „das Auge“, das merkt man seinen Fotos an. Sie sind perfekt komponiert, das Thema vermittelt sich leise, aber eindringlich, ohne Worte. Als Fotograf arbeiten bedeutete damals aber: selbst im Rampenlicht stehen. Das ist nicht so sein Ding. Lieber zaubert er in der zweiten Reihe, im Hintergrund. Joya organisiert Ausstellungen und Veranstaltungen, kümmert sich um Präsenz in der digitalen Welt und katalogisiert den umfangreichen Fotoschatz der Galerie. Vater und Tochter, sie sind ein richtig gutes Team.