Team 7

SPOTLIGHT PHOENIXHOF

Text: Simone Rickert Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 48

„Wir waren schon öko, als das noch out war“, erklärt der Storeleiter der beiden Hamburger Geschäfte Olaf Müller so schnell, wie er mit einem Handgriff den Esstisch auf Dinner-Format ausgezogen hat, ohne dass Gedecke und kühle Drinks um einen Millimeter verrutschen – überraschender Luxus, versteckt in schlichtem Design. Die City-Dependance des österreichischen Familienunternehmens ist in der Domstraße. Hier am Phoenixhof wandert man durch die Ausstellung wie durch ein komplettes Haus. Das Naturholz kommt teils aus hauseigener Forstwirtschaft in Oberösterreich, Eichen aus dem Wienerwald, honigfarbenes Erlenholz aus dem Donaudelta. Mehr Nachhaltigkeit geht kaum. Doch, auf dem Werksgelände wohnen neuestens 350.000 Bienen.
1959 hat der Tischler Erwin Berghammer das Unternehmen im Kreise von sieben Meistern im oberösterreichischen Ried gegründet: Anfang
der 1980er-Jahre ging ihm die Verarbeitung der damals üblichen Spanplatten so gegen den Strich, dass er die Tischlerei komplett auf reines
Naturholz umstellte. Ein mutiger Schritt, weit seiner Zeit voraus: Auf Messen wurden sie, Lack
und Acryl in Mode, noch als die „Brettchen­schnitzer“ belächelt. Inzwischen sind TEAM 7-
Designs mit unzähligen Preisen ausgezeichnet.
13 Geschäfte im deutschsprachigen Raum, dazu Mono-Brand-Stores auf dem New Yorker Broadway, über St. Petersburg bis Singapur.
Immer in Familienbesitz, seit 1999 beim heutigen Inhaber Georg Emprechtinger, hat das Unternehmen kräftig zugelegt. Inzwischen arbeiten 720 Angestellte die Aufträge aus aller Welt ab, einen nach dem anderen. Gebaut wird nur, was ein Kunde bestellt hat: Die Küchenzeile
etwas höher und eine Schublade dazu ist daher
überhaupt kein Problem. Trotzdem kommt nach rund zwölf Wochen einer der beiden Hamburger Tischler samt Geselle und baut das Möbel auf. Das funktioniert nur mit hochgradig
effizienter Technik: Das Holz wird schonend getrocknet und reift zum Teil über ein Jahr lang. Erst wenn es perfekt ist, wird es zugeschnitten, von haushohen Fräsen bearbeitet und jede
Maserung wird von Hand ausgewählt und an die nächste angepasst. Natürlich geschliffen, handweich poliert und geölt – superpflegeleicht. Olaf Müller sagt dazu sehr bescheiden: „Wir sind noch immer eine Tischlerei, aber eben eine ziemlich große.“

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