No 1 Guitar Center

SPOTLIGHT PHOENIXHOF

Text: Simone Rickert Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 48

Know-how aus bald 50 Jahren, Kontakte und Freundschaften zu Musikern, Sammlern und Herstellern in aller Welt. No.1 ist nicht einfach ein Gitarrenladen, hat alles von Ukulele bis Bass-Gitarre, Verstärker und jedes erdenkliche Zubehör. Der Free Spirit wird hier gelebt. In den Test-Studios sitzt eigentlich immer jemand, der mal volle Pulle Lautstärke ausprobieren will. Regelmäßig finden in der No.1 Crossroad Lounge, einer kleinen gemütlichen Bühne mit Bar hinten im Laden, Workshops und Konzerte
statt. Die glasüberdachte Hofhalle gehört zum ältesten Teil der Ottenser Eisenwerke: Wo früher
Schiffsmaschinen montiert wurden, ist heute die perfekte Location für den No.1 Musikerflohmarkt und das No.1 Crossroads-Festival.
Wenige weltweit kennen sich so gut aus, seit den 70ern sind sie im Business: Thomas Weilbier war in Willy Beckers legendärem Music Center in der Talstraße schon Aushilfe, bevor er 1977 mit übernahm und daraus das No.1 machte. Mit seinen guten Connections berät er Kunden bei der Suche nach einem ganz bestimmten Instrument, schätzt Werte, baut Sammlungen auf.
Die beliebtesten E-Gitarren werden immer noch da gemacht, wo Blues und Rock’n’Roll auch herkommen, in den USA: Gibson baut in Nash­ville, Tennessee. Fender liefert aus Corona (!!!)
in Kalifornien, für No.1’s Custom-Shop sogar maßgeschneidert nach Kundenwunsch. Gefragt
sind „Relics“, in Look und Ton künstlich auf alt gemacht. Wären die wirklich Vintage, könnte sie sich kaum ein Musiker leisten.
Die echten Alten gibt’s hier auch. Johannes Döbertin, seit 2007 Mitinhaber des Unternehmens, öffnet uns den alarmgesicherten Vin­tage-­Raum. Hier hängt nur, was vor 1975 gebaut wurde: Die 1950er bis 70er, den Sound dieser Zeit wollen die Musiker heute noch. Solche Stücke werden sogar als Investment gehandelt. „Aber schöner finde ich es natürlich, wenn ein Musiker sich in so ein Instrument verliebt, es nutzt, seinen ganz eigenen Ton darauf entwickeln kann“, sagt Johannes. Die Gibson Les Paul Standard, die hier hängt, gehört zu den teuersten Gitarren der Welt. Diese frühe Version wird für rund 30.000 Euro gehen, schätzt Johannes, die Spanne geht rauf bis 100.000: „Da kriegt man schon ein Auto für, aber ich persönlich würde lieber die Gitarre haben wollen!“

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