Spotlight –

Klosterallee

AUTORIN: SIMONE RICKERT   

FOTOS: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 44

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Das Café „ Little Amsterdam“ hat seinen Namen vom Fleck weg gekriegt: idyllisch gelegen am Isebekkanal, weht es das lässige Flair von Grachten und Oranje nach Hamburg. Um 1900 am Straßenbahnring als „Schaffnerhäuschen mit angeschlossener Bedürfnisanstalt“ erbaut, liegt es direkt an der Brücke, die die Klosterallee zum Lehmweg führt. Gastronomie gibt es hier schon länger, seit zwei Jahren ist sie richtig gut: Patrick Wehrend hat mit seinem Kumpel Bruno Kilzer übernommen. Niederländische Wurzeln hat hier niemand, aber die Lage hat die Gestal-ter Ben & Jan gleich an Amsterdam erinnert, sie haben das kleine Häuschen mit herrlicher Terrasse und typischen Sprossenfenstern als Windschutz neu eingerichtet. Das Küchenteam um Gastgeber Patrick hat eine Karte erdacht, die himmelhoch über Gartencafé-Standard hängt: Der Klassiker Pommes ist mit Basilikum-Mayo aufgehübscht, der Salat extrafein angemacht, Currywurst kommt vom Demeter-Hof Dreymann, der auch auf dem benachbarten Isemarkt verkauft. Die Sandwiches sind mit frisch zubereitetem Beete-Aufstrich und gegrillten Auberginen belegt – den Edel- Sandwich-Trend wiederum hat das Team tatsächlich aus Holland importiert. Kuchen gibt es in diesem Café selbstverständlich auch, und zwar selbst gebacken. Von Brunos Mama, womit wir bei den „guten Geistern“ des Häuschens wären: Hilde und ihr Mann Josef bewirtschaften auch den Garten, denn das wild-romantische Grün sprießt nicht von selbst. Sie stutzen die Hecke, hegen Tomaten und pflegen die Kräuter, aus der sich die Küche im Sommer direkt bedient. Im August blühen imposante Stockrosen. Die dicken Samenkapseln sammelt Patrick ein und verteilt sie an nette Gäste, als Souvenir aus „Little Amsterdam“. Patrick und Bruno ist es gelungen, dieses Fleckchen Hamburg als Ort zu etablieren, an dem sich alle wohlfühlen: der Senior mit Hund, der hier jeden Morgen seinen Kaffee trinkt, ebenso wie die Mütter mit Krabbeldecke im schicken Handtäschchen. Mit Einbruch der Dämmerung gehen die Lichterketten in den Weinranken an, und der Lillet mit wilden Beeren schmeckt min- destens genauso gut wie in der milden Nachmittagssonne. Kann schon passieren, dass man hier die Abflugszeit für die Heimreise vergisst.

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