Spotlight –

Stadthöfe

Text: Simone Rickert   
Fotos: Giovanni Mafrici

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 46

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„Es ist zwanzig nach zwei.“ Geschäftsleute bummeln nach dem Lunch vorbei. Eine Familie schaut herein, um samt Kindern die Lieblingsfarbe auszuwählen. Wolfram Bekker, der Storeleiter von Qlocktwo, lässt uns hinter die Fassade der ziemlich ungewöhnlichen Uhren schauen: Sie zeigen die Zeit so an, wie wir sie sagen. Und das in mittlerweile 24 Sprachen, von Deutsch über Schwäbisch bis Chinesisch. Die Front ist easy austauschbar, sie ist mit Magneten befestigt. Kommt Besuch aus Frankreich zum Abendessen, muss man nur auf „Französisch“ umstellen, und das Cover wechseln. 


Hinter der Oberfläche mit den ausgeschnittenen Worten steckt „das Uhrwerk“ mit 110 LED-Leuchten, das jeden einzelnen Buchstaben vollflächig beleuchtet. Lichtpunkte in jeder Ecke machen die Zeitauskunft minutengenau. Die Sprachen-Matrix programmiert man mittels der speziell entwickelten Flashsetter-App per Smartphone. Ein Helligkeitssensor oben auf dem Uhrwerk liest aus der Blitzfrequenz die gesendeten Informationen aus. So funktioniert auch die Zeiteinstellung sowie der Wecker-Modus bei den kleinen Modellen für den Nachttisch. Man merkt, hier sind echte Tüftler am Werk: Die mit inzwischen 30 Design-Auszeichnungen prämierte Idee hatten Marco Biegert und Andreas Funk aus Schwäbisch Gmünd, Freunde seit Jugendzeiten. Sie haben immer viel gebastelt, gern mit Schrauben und Löten dabei, doch ihr Hauptberuf war einmal das Leiten einer Werbeagentur. Dort haben sie sich den Prototypen aller Qlocktwos – der Name verweist auf die Freundschaft der beiden – an die Wand gehängt und sich nicht sehr gewundert, dass der ein oder andere Kunde auch so ein Kunstwerk haben wollte. 2009 gingen sie mit der Produktion in Serie. Inzwischen gibt es die Agentur nicht mehr. Dafür aber eine Manufaktur, die gut 15.000 Uhren pro Jahr in rund 35 Länder verschifft.

 

30 Mitarbeiter stellen im Werk alles in Handarbeit her, nur die digitale Recheneinheit wird fertig geliefert. Rohstahl wird hier gekonnt angerostet und dann konserviert, Kupfer beschichtet, Acrylglasfronten poliert, die Buchstaben werden per Laser ausgeschnitten. Jede Front ein Unikat. Der Korpus ist wie ein Bilderrahmen aus Holz gebaut. 
Moderne Kunst mit Funktion und Effekt.

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