Spotlight –

Burchardplatz/

Kontorhausviertel

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: GIOVANNI MAFRICI

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 40

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„Wenn ich nicht Chef sein kann, bin ich immer der ältere Bruder!“, sagt Hüseyin und grinst. Seit mehr als 25 Jahren ist der türkische Kurde in der Gastronomie, entwickelt das Familien-Konzept seit rund elf Jahren weiter, mit dem Herzblut, aus dem es entstanden ist. Die Speisen: von kurdischen, türkischen Traditionen in die moderne Küche übersetzt. „Ich habe mich auch verändert, trage nicht mehr die gleichen Kleider wie vor 20 Jahren. Du entwickelst dich – genauso
gehen wir mit Essen um. Wichtig ist, bodenständig zu bleiben“, sagt Hüseyin und bittet zum Frühstück: süße Sesampaste, Schafskäse, Rucola-Tomate, Brot, eine Pfanne Sucuk in Rührei. Lecker, auch optisch.

 

„Unser Haus“ bedeutet „bona’me“ übersetzt, und das wird bei den Dogans auch privat gelebt: „Wir arbeiten nicht nur zusammen, sondern leben in einem Generationen-Haus.“ Die
Geschichte der Familie, zu sehen im Restaurant: die Mutter als junge Frau beim Brotbacken. „Wir haben früh gelernt, unser eigenes Brot zu backen“, erklärt Hüseyin. Heute wird es in Form von Beyti über die Theke gereicht. Ein weiteres Bild, der junge Vater, eigentlich nur als Gastarbeiter in Deutschland. „Aber du kannst die Gefühle, die Entwicklung von Menschen nie voraussagen.“ Er blieb, und so auch die restliche,
nachgezogene Familie. Eine gute Entscheidung, so wie das „Bona’me“. Zuerst eröffnet in Köln. Lief so gut, dass sich Hüseyin auf die Suche nach weiteren geeigneten Orten machte. Bei der schon seit Längerem leer stehenden Immobilie im Hamburger Kontorhausviertel wusste er sofort: „Das ist unser neues Restaurant, hier ziehen wir ein!“

 

Das Backsteinhaus, großartige Kulisse für einen großartigen Job, denn „wer kann schon sagen, dass er dafür alle zwei
Wochen nach Hamburg kommen darf!“ Um dann inmitten marokkanischer Lampen in dem großzügigen und doch gemütlichen Restaurant weitere köstliche Speisen zu entwickeln. Alles, die Sitzecke und massiven Bartische, sind auf Kommunikation, auf das (familiäre) Beisammensein ausgerichtet. Essen verbindet, bedeutet Integration auf ihre schönste Weise: Fremde und Freunde in „unser Haus“ lassen. Gemischtes Publikum, verschiedene Kulturen. „Wer hierherkommt, will unter Menschen sein. Wir und unser Konzept sind die Zukunft, wir schaffen Verbindungen.“

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