Spotlight –

Burchardplatz/

Kontorhausviertel

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: GIOVANNI MAFRICI

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 40

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Grandioses Treppenhaus, ein intakter Paternoster mittendrin. Ab und zu außer Kraft gesetzt, wenn Leute ihr Fahrrad mitnehmen und stecken bleiben, erzählt Frau Drewes, als sie uns hineinwinkt. Seit zehn Jahren ist sie hier mit ihrer Galerie für junge, zeitgenössische Kunst ansässig, feiert im September Jubiläum. „Seit 30 Jahren beschäftigt mich das Thema. Wahrscheinlich wünscht sich jeder, der Kunst kauft oder gar sammelt, diese Nähe zum Künstler und seinen Werken, die einem die Tätigkeit als Galerist ermöglicht.“


Sie ist Saarländerin, seit 35 Jahren in Hamburg, zwischendurch in Köln, wo sie den Entschluss zur eigenen Galerie fasste. Figürliche, gegenständliche Malerei junger Künstler soll es sein, die an einer deutschen Akademie studiert haben. Ein Alleinstellungsmerkmal. Bleibt man so in einer schwierigen Branche erfolgreich? „Neben dem ziemlich Offensichtlichen, der eigenen Leidenschaft für Kunst und der Auswahl
spannender Künstler, muss man Verkäufer, Logistiker, Buchhalter und zuallererst Menschenfreund gleichzeitig sein. Das ist ein ziemlicher Spagat.

 

Als Galerist bist du Zehnkämpfer: Du musst alles machen!“


Als Drewes anfing, habe das Kontorhausviertel im Dornröschenschlaf gelegen. Die Ladenflächen günstig, die Lage auch. „Wir brauchen keine Schaufenster in einer Fußgängerzone, sondern müssen das wirklich an Kunst interessierte Publikum erreichen; Leute, die wissen, dass genau hier der neue Hotspot der Szene sitzt.“ Heute gibt es hier zwölf Galerien. Ihre Künstler findet Drewes auf Abschlussschauen bei der Hochschule für bildende Künste
am Lerchenfeld. Aber auch in Düsseldorf, Münster, Leipzig und Dresden, wo große Ausstellungen stattfinden. So eine wünscht sie sich für Hamburg. „Hier gibt es etwa 50 Galerien, in Berlin an die 900. Dabei ist hier qualitativ sehr hochwertige Kunst vertreten, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist nur noch zu gering.“ Die Hamburger seien kunstinteressiert, es bräuchte jedoch mehr Impulse, die nicht zuletzt aufgrund fehlender öffentlicher Förderung – zumindest noch – ausblieben. Das will Drewes ändern, neue Eventkonzepte hat sie, dem Dornröschenschlaf ist der Wecker gestellt. Nichts scheint hier mehr unmöglich.

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