Spotlight –

Burchardplatz/

Kontorhausviertel

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: GIOVANNI MAFRICI

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 40

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Erst Bestellfirma, dann brachte Thomas Hoof ein Jahr nach der Gründung „die Bibel“ heraus, wie der Hamburger Warenhausleiter Torsten Jachalke den Katalog mit heute rund 10.000 Produkten nennt. Viel Text, „das gehört zum Konzept: den Kunden möglichst viele Informationen zu geben, um sie an die Produkte heranzuführen.“ In den Regalen von Manufactum
reihen sie sich: Kosmetik, Schreibwaren, Textilwaren und Einrichtungsgegenstände. Ausschließlich von Handwerkern, Produzenten aus der Umgebung und Europa, liebevoll arrangiert. „Hoof hat das Unternehmen aus eigenem
Konsumfrust gegründet, der mich ebenfalls hierhergeführt hat.

 

„Warum soll ich ein günstiges Produkt kaufen, wenn ich bei einer höheren Investition ein länger haltbares Produkt habe, mit dem ich viel zufriedener bin?“

 

Jachalke ist eigentlich Meeresbiologe, reiste zu Pinguinen und Co. Ein Quereinsteiger? So einfach ist das nicht: „Mein Wissen aus der Meeresbiologie bewegt mich dazu, etwas Gutes mit entwickeln zu wollen. Um ehrlich zu sein: Wir leisten uns heute einen Konsum, für den uns die spätere Generation nicht besonders mögen wird.“ Sprich: schon heute alle mitnehmen, auch emotional. Viele kennen die Produkte noch von früher. Auf Historie setzen, das zieht sich durch bis zum Einzug ins Chilehaus. „Manufactum mietet sich gern in historische Gebäude ein, die wir so erhalten wollen und die ansonsten vom Einzelhandel nicht besonders präferiert werden.“

 

Das Haus war einst das erste, zur Gründung des Viertels gebaut, trägt Titel wie „spitzestes Gebäude Europas“. „Interessant ist, dass der Bauherr es einst aus den Trümmern des Krieges gebaut hat.“ Für das historische Flair wird sogar aufs Brotbacken verzichtet, da die Ablüftungsanlage aus Denkmalschutzgründen nicht gebaut werden kann. Ab Freitag wird aber aus anderen Filialen frisch geliefert. Jachalkes Lieblingsprodukt? Die Dose mit Sardinen aus Portugal! „Die schmecken wie ein Stück Qualitätsfleisch!“, schwärmt er. Aber angetan hat es ihm ein Paar amerikanischer Arbeitsstiefel
im Cowboylook. Er greift die neuen, stellt sie neben sein zweites „Ansichtsstück“, das er seit 30 Jahren hat. „Die kosten 329 Euro, aber wenn Sie sich durchrechnen, wie lange ich diese jetzt schon trage, komme ich damit günstig weg – das ist das Prinzip Manufactum.“

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