Spotlight – Pöseldorf

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: GIOVANNI MAFRICI

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 39

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Unser Viertel in Hamburg ist ein wenig wie das Viertel Montmartre in Paris. Mal angesagt, mal nicht. Ich liebe Großstädte, dort ist immer was los. Und weil mich das pulsierende Leben jung hält, bin ich gern hier. Zwischen 9 und 10 Uhr geht es los, Bestellungen, Einkäufe, Team einweisen. Mein Koch kommt aus Kampanien, ich selbst aus Ligurien. Alle aus dem Team sind Italiener.


Ich bin bereits 1968 nach Hamburg gezogen, seit 2002 gibt es das „La Tana“. Aber ich war schon vorher bekannt, habe die schönsten Damenschuhe verkauft. In meinen Schuhläden in der Ludolfstraße, Eppendorf, und am Mühlenkamp, Winterhude. Irgendwann hatte ich es satt, dachte mir, ich bin doch ein Genießer, ich liebe gutes Essen und Trinken. Diese Leidenschaft wurde mir durch meine Mutter nahegebracht. Sie war eine hervorragende Köchin. Den Vormieter kannte ich, und mir gefiel der Laden, dieser leicht verwinkelte Eingang durch den Torbogen. Ich dachte, daraus kann man etwas machen.

 

Viele Gäste sind Stammgäste, einige, die mich von früher kennen. Zum Glück läuft es gut, besonders im Sommer, wenn viel Laufkundschaft vorbeikommt. Gegen 17 Uhr ziehe ich mich meistens kurz aus dem Laden zurück und überlasse ihn meinem Team. Später, wenn wir öffnen, komme ich wieder. Das hat auch etwas mit Verpflichtung zu tun, viele kommen, um mich zu sehen. Eine Damenrunde zählt zu den Stammgästen, die lässt es sich hier gut gehen und hat viel Spaß. Da kann es mal passieren, dass am Ende auf den Tischen getanzt wird. Ich sitze und esse hier selbst gern, mit Freunden, bis spät in die Nacht. Die viele Zeit, die man als Gastronom in den eigenen Laden steckt, das sagt einem vorher keiner. Sonntag und Montag ist daher für mich Familientag, da findet man mich an der Alster. Weil wir oft darauf hingewiesen werden, wie einmalig dieser Hof ist, habe ich mich entschlossen, mittags zu öffnen. Auch der Sonntag soll in Zukunft unseren Gästen gehören. Wieder mehr Arbeit und weniger Freizeit.
So eine Veränderung spricht sich herum. Nicht nur unter den Hamburgern und Menschen aus Pöseldorf, die bei uns zum Essen kommen. Ein bisschen internationale Welt und Großstadtflair, das spürt man auch bei uns.

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