Spotlight – Pöseldorf

AUTORIN: SVENJA HIRSCH  

FOTOS: GIOVANNI MAFRICI

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 39

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Regale bis zur Decke, edelste Stoffe, davor Stühle, prächtige Hocker, besondere Antiquitäten und spektakuläre Einzelstücke wie ein Tony Cragg im Original. Vieles von Künstlern wie Dubreuil, Sipek oder Salgado gebaut oder aufgearbeitet, immer exklusiv vertreten von Olaf Thomas Interieurs, eine Adresse, die zur Milchstraße gehört wie die Immobilie selbst:

 

„Hier war der erste Edeka-Laden der Gegend, hier habe ich als kleiner Junge Bonbons gekauft“, erzählt Inhaber Olaf Thomas. Jetzt herrscht hier Kunsthandwerk. „Wir unterstützen Manufak-turen, Einzelkünstler. Der rote Faden ist immer Qualität, das Material, die Handarbeit, unser ganz eigener Stil. Ein Bruch mit dem Mainstream.“ Hier läuft die Zeit anders. Eleganter, mit französischer Leichtigkeit. Wie in Paris, wo Olaf Kunstgeschichte studierte und Franck traf. „Ich habe auf einem Antiquitäten-Markt gearbeitet. Olaf kam häufiger vorbei, irgendwann nahm er mich mit nach Hamburg“, lächelt Franck.

 

Nach Pöseldorf. Wirklich ein Dorf, jeder kennt jeden und alle werden gleich behandelt. „Ich liebe es, wenn junge Menschen
Leidenschaft für schöne Dinge zeigen, einer Studentin ohne Geld gab ich deswegen eine teure Lampe mit, die sie jahrelang abstotterte“, sagt Olaf. Immer wieder klingelt es zart, die
Eingangstür schwingt auf, Nachbarn schauen rein, wünschen einen guten Tag. „Wir haben oft Besuch, vielleicht, weil wir gern Gastgeber sind“, meint Franck. „Manchmal ist das wie ein ungeplanter Salon, inspirierend, vertraut. Wir sitzen, plaudern, trinken ein Gläschen“, ergänzt Olaf.


Durch ihr Lager schöpfen sie aus dem Vollen, richten Häuser oder Räume weltweit ein, immer verschwiegen und diskret. Hamburgisch eben. „Wir sind ziemlich analog, Kunden
bekommen 14 Tage nach der Besprechung einen Entwurf als handgemaltes Aquarell“, erklärt Franck. Handarbeit eben. Auch Kunst. „Eine Kundin hatte ihr Haus voller Preziosen,
die weg sollten. Tolle Dinge dabei. Wir integrierten einige, die Dame war im Glück. Es ist wichtig, den Kunden ihr gelebtes Leben zu lassen.“ Wunsch für die Zukunft? „Wir sind wunschlos glücklich – wir sind wie ein kleiner Fisch, der gern gegen den Strom schwimmt, und dankbar dafür. Das ist der eigentliche Luxus.“

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