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Esther Haase

 

 

AUTORIN: MEIKE WINNEMUTH   

FOTOS: JULIA SCHWENDNER

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 36

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Es war die mit Abstand ­schnellste Anreise zu einem Interview, die ich je hatte. Handgestoppte 38 Sekunden von Tür zu Tür, einmal schräg über die Lange Reihe, hallo, wie schön, wie geht’s? Und höchste Zeit war’s, dass wir uns endlich mal
in Ruhe zusammensetzen. Esther Haase und ich sind Nachbarn in St. Georg, ihr Husky-Pointer-Mix Joe und mein Foxterrier Fiete waren eine Zeitlang in derselben Huta – und doch laufen
wir seit Jahren so beharrlich aneinander vorbei, dass wir es selbst bei einer gemeinsamen Reportage über London für „GEO Saison“ nicht ein einziges Mal geschafft haben, uns zu sehen. War auch nicht wirklich nötig, denn selten passten
Bilder und Text so gut zusammen wie bei dieser Geschichte – natürlich dank Esther. Ich nannte ihr ein paar meiner Lieblingsorte in London – den Pub Duke of Kendal, wo sonntags der ganze Laden zur Klavierbegleitung einer 90-jährigen, pudellockigen Dame namens June Lieder singt, oder das Fischrestaurant Sweetings im Finanzbezirk, das seit 1889 immer nur Montag- bis Freitagmittag geöffnet hat und zum schottischen Lachs Guinness mit Champagner aus Silberkrügen serviert – und sie hat sich mit ihrer typischen Esther-Art so schnell in die Herzen der zu Fotografierenden hineincharmiert, dass die sich ein Bein ausgerissen hätten, um ihr das bestmögliche Bild zu ermöglichen. Ich sah später das Ergebnis und dachte: Ja, genau so ist es da, haargenau so. Die Atmosphäre dieser Orte spritzte aus jedem Pixel – und die Idee, dass das Leben ein Fest ist, das wir oft einfach nur zu feiern vergessen. Man sieht das und will auf der Stelle ein Teil davon werden, so wie Esther sofort ein Teil davon geworden ist. Sie ist eine Meisterin darin, für gute Stimmung zu sorgen, für Entspanntheit bei allen Beteiligten. „Ich brauche das selbst. Ich sorge immer dafür, dass ich gern dabei bin. Und mir macht es nur Spaß, wenn alle anderen Spaß haben.“


Dass sie so gut mit London kann, ist kein Wunder, schließlich lebt sie dort inzwischen, auch wenn sie ihre Wohnung und ihr Studio in St. Georg nie aufgegeben hat. Eigentlich, sagt sie, habe sie nur mal ein halbes Jahr hingewollt, einfach, weil es in Hamburg zu berechenbar geworden sei, zu eingespielt. So schön das vertraute Leben im Dorf St. Georg war, so nötig sei eine Abwechslung gewesen, eine Frischzellenkur. Inzwischen sind es fünf Jahre. „Das war eine gute Entscheidung. Ich finde, man muss sich immer wieder herausfordern und neu beweisen. Das ist schon eine andere Liga, da in London.“ Die komplette Reportage lesen Sie in unserer Ausgabe Herbst 2017.

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