Ansichtssache –

Treppenhäuser

 

 

AUTORIN: SVENJA HIRSCH   

FOTOS: WERNER SPERL

Mit ordentlich Pomp begann ab dem 20. Jahrhundert die Zeit der Kontorhäuser: Gekonnt inszenierte Treppenhäuser und Eingangsbereiche sollten bei den Geschäftskunden für mächtig Eindruck und erfolgreiche Abschlüsse sorgen. Das alte Kaufmannshaus hatte ausgedient. Dort waren einst Leben, Lager und Büro vereint, doch mit Aufhebung der nächtlichen Torsperre 1860/61 zogen die Kaufmänner in ihre Sommerresidenzen vor die Tore der Stadt. Ab ca. 1888 wurden Waren schließlich nur noch in der Speicherstadt gelagert. Blieb allein das Büro übrig, Kontor genannt, abgeleitet vom französischen „comptoir“,
was so viel bedeutete wie „Zahltisch“, der Ort, an dem man Geld zählt. Für diesem Zweck waren die frühen Kaufmannshäuser schlicht „zu klein und dunkel“, so Stadtbilderklärer Jörg Beleites, der auf seinen Führungen Interessierten die Häuser und damit ein beeindruckendes Stück Hamburger Geschichte näherbringt. Der Architekt Martin Haller (1835 bis 1925) war es, der den Kontorhausbau einführte: im Innenraum
eine große, freie Fläche, die durch einziehbare Trennwände flexible Büroräume für gleich mehrere Firmen ermöglichte. Noch heute imitieren neue Bürobauten und (Konzert-)Häuser diesen Stil. Beleites weiß, warum: „Diese Häuser sind so faszinierend, weil sie auch nach 100 Jahren dastehen wie damals, Architektur mit Kunsthandwerk und Kultur verbinden.“  JÖRG-BELEITES.DE

Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 37

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