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Alina Klemm
SPOTLIGHT GALLERIA
Text: Andrea Hacke | Fotos: Giovanni Mafrici
Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 71
Stift und Notizblock liegen jede Nacht neben ihrem Bett, denn die Ideen hüpfen Alina gern morgens um vier in den Kopf – und die muss sie, zum geringen Amüsement ihres Freundes, dann auch sofort aufzeichnen. „Kein Einfall darf verloren gehen“, sagt sie und lacht. Nachts fließt dann zusammen, was die studierte Modedesignerin irgendwann tagsüber gesehen hat. Am ehesten auf ihren Reisen – die Farben auf Mallorca, das Licht in Namibia oder die hübsche Architektur in einem alten Dorf. Aus all diesen Einflüssen entwirft sie später am Rechner Stoffmuster sowie Vorlagen für neue Kleider, Oberteile, ihre geliebten Maxi-Röcke.
Alinas Mode ist modern, aber bewusst zeitlos, immer feminin, minimalistisch im Schnitt, jedoch mit Details, die dem Ganzen den entscheidenden Kick geben. Alina will Leichtigkeit vermitteln – Lebensfreude zum Anziehen.
Vor sechs Jahren wagte sie in der Coronazeit den Schritt in die Selbstständigkeit, baute sich in einem 10-Quadratmeter-Atelier im Schrammsweg den ersten Kundenstamm auf, mit Sonderanfertigungen nach Bestellung. Zog um in die Stadt, versuchte Langzeit-Pop-ups, bis sie in der Galleria ihren Traum-Standort fand. Zwischen Menschen, die für das brennen, was sie tun. Hier präsentiert sie nun ihre Mode, die immer nur in kleiner Stückzahl in Norddeutschland hergestellt wird. Zum einen achtet Alina auf Nachhaltigkeit, da wird lieber etwas nach- als überproduziert. Außerdem soll jede Kundin wissen: Das besondere Teil trägt in Hamburg nicht jede Zweite.
Erst seit einem Jahr hat Alina auch bunte Seidentücher im Programm mit selbst entworfenen Mustern. Mittlerweile ihre Verkaufsrenner. Diese näht sie im Laden, gleich hinter dem Vorhang steht ihre Nähmaschine. Alina mag es, wenn man ihr dabei über die Schulter guckt. Zu jedem verkauften Tuch erhält die Kundin ein Büchlein mit gezeichneten Bindetechniken. Noch viel besser findet die Designerin es jedoch, wenn jeder mit dem Tuch ausprobiert, was ihm dazu einfällt. Und so entstand, womit sie gar nicht gerechnet hatte: Junge Frauen tragen ihre Tücher heute als Top, mit nur einem Knoten im Rücken, und Männer kommen neuerdings vorbei, um ihr Tuch als Krawattenersatz zu nutzen. Kurzum: Was Alina nach dem Abi plante, hat sich so was von erfüllt.





