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Bar Tabac

SPOTLIGHT GALLERIA

Text: Andrea Hacke | Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 71

Weisste noch, damals …? Diese Frage kursierte immer um die legendäre „Bar Tabac“, seitdem sie nach über 25 Jahren in der Galleria schließlich ihre Tür schloss. Wie schön war das Versacken am helllichten Tag. Champagner-Nachmittage, französische Happen oder, woran Tim Becker sich noch erinnerte, als er nach Corona an dem leeren Laden vorbeilief: der leckere Milchreis. Wie oft hatte er den als Kind hier gegessen, als er mit seinen Eltern regelmäßig und gern für Stunden vorbeikam. Essen, trinken, Karten spielen, das alles kam ihm in Erinnerung. Ein Anruf beim Makler, eine Zusage von Manuel Bereuther als neuer Gastgeber, ein Gespräch mit dem Vermieter, der selbst gleich in Erinnerungen schwelgte. Also ja, bitte bald wieder öffnen. Somit ging Tim Becker zu seiner liebsten Beschäftigung über: verlassene Läden so zu renovieren, dass danach die Hamburger unbedingt dahin wollen. Nach seinen Clubs auf dem Kiez, dem „Circle Club“ in Winterhude, der mit seiner „Moulin Rouge“-Einrichtung aus Plüsch und Federn sehr gut ankommt, sollte es auch in der neuen Errungenschaft gemütlich und wie früher werden. Seit September sitzt der Gast auf Holzstühlen à la Fronkreisch oder auf grünen Samtbänken. Die lange Bar ist zurück, neu dafür ein großer Stammtisch in der Ecke – aktuell die häufigste Reservierung.

Im Raum ist es muckelig, es könnte 13 Uhr sein oder schon Abend, aber das ist auch egal, weil bei Manuel Bereuther die Zeit gern vergessen werden soll. Statt Hektik einfach mal sein. Zum Frühstück wäre bei ihm eine „Étagère Crémant“ möglich, zwei Stunden Crémant und Wasser satt zu Croissant & Co. Ebenso möglich: nur ein Kaffee. Hier soll alles nebeneinander existieren – der Luxus, der Stadtbummler, die Bürojungs, die hier eine Pause vom Schreibtisch einschieben, Familien (es gibt extra Gerichte für die Kleinen) sowie zum Wochenende die ­People, die gern mehrere Drinks ordern.

Manuel und Tim haben auch die so beliebten „Bereuther Nights“ wieder zum Leben erweckt. Alle paar Wochen steht dann ein DJ in der Galleria, und die Leute tanzen durch die Passage. „Es kommen viele von damals, ich kenne fast jeden“, sagt Manuel begeistert. An sich wollte er hier zwar immer nur bis 20 Uhr öffnen, wir werden alle älter, aber Regeln sind zum Brechen da.

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