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Laonn Studio
SPOTLIGHT GALLERIA
Text: Andrea Hacke | Fotos: Giovanni Mafrici
Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 71
Es war der erste Flug ihres Lebens, als Jeesun Han 2006 in Südkorea das Flugzeug nach Deutschland bestieg. Ihr Designprofessor und die Eltern hatten ihr empfohlen, das Studium im Ausland fortzusetzen, nicht ahnend, dass Jeesun für immer dort bleiben würde. Im Sprachkurs in Berlin lernte sie ihren heutigen Mann Jowon Park kennen, er wie sie von Design begeistert. Und schon waren die Zukunftspläne klar: Nach den notwendigen Deutschzertifikaten sollte es zum Studium nach Hamburg gehen. Sie wollten Designer und Handwerker in einem sein, keine Massenware produzieren, sondern Individuelles, am besten selbstständig. Das war 2007.
Zehn Jahre später, mit Abschluss in der Tasche, eröffneten sie ihre erste Lederwerkstatt in St. Georg, 2024 zogen sie um in die Innenstadt – die Qualität ihrer Taschen, Brillenetuis, Schlüsselhüllen aus hochwertigem Leder hatte sich in der Stadt herumgesprochen. Ganz ohne Werbung. Hier waren zwei, die ihr Handwerk wirklich beherrschen: Sie nutzen die robuste Sattlernaht und versiegeln die Taschenkanten gleich siebenmal, damit ihr Produkt noch an die nächste Generation vererbt werden kann. Die allererste Tasche von Laonn Studio kaufte übrigens Jeesuns Mutter und trägt sie seitdem täglich stolz durch Südkorea.
Jowons Mama nutzt ihr Exemplar nur zu besonderen Anlässen. Ihr ist das Werk des Sohnes zu heilig.
Im Laden darf jeder Kunde seine Tasche selbst entwerfen: das Kalbsleder außen, das Ziegenleder innen, die Garnfarbe und das eigene Monogramm, das in die Tasche gedruckt wird. „Zu uns darf jeder mehrfach kommen, das Leder anfassen und irgendwann entscheiden“, sagt Jeesun. Im Sommer sind die meisten Kunden Touristen, die sich ihre Tasche in die ganze Welt nachschicken lassen. Zuletzt wurde die „Vogue“ auf Laonn Studio aufmerksam, empfahl das Label als eines von 55 aus ganz Deutschland.
Laonn bedeutet „glücklich“. Das passt, denn so fühlen sich beide, wenn sie beim Nähen an die Person denken, für die das Stück bestimmt ist. Manchmal muss Jeesun dabei lachen, wie bei dem Paar, das vor Weihnachten getrennt voneinander für den jeweils anderen ein Lederaccessoire bei ihr bestellte. Dann schwappt die Vorfreude des Schenkens mit auf sie über.




