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COX
SPOTLIGHT LANGE REIHE
Text: Andrea Hacke | Fotos: Giovanni Mafrici
Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 72
Ein Fleck für besonderE MENSCHEN, das war das „Cox“ schon immer. Zur Eröffnung vor 33 Jahren fanden die unscheinbare Restauranttür in der Greifswalder Straße 43, heute der Hintereingang, nur Insider: die Gay-Community, Theaterschauspieler, Anwohner. Es war die Zeit ohne Internet, der Laden war trotzdem immer rappelvoll. Ein einfacher Raum, der durch die Gäste erstrahlte. Bald reichte der Platz nicht mehr aus, ein Durchbruch zum Vorderhaus Richtung Lange Reihe war angesagt. Drinnen nun: mehr Pariser Charme, übergroße Lederbänke, Jugendstilelemente, eingerichtet von den damaligen Besitzern Lena Bardenheuer und Herbert Menzer. Ein Reisepärchen, das im „Cox“ ein Flair schaffen wollte aus französischem Bistro und holländischem Theatercafé – für die kleine Reise vor der eigenen Haustür.
Tilo Moldt gehörte damals schon zum Team, kellnerte hier schon neben dem Studium, verstand sofort deren Philosophie. 2005 bekam er eine Teilhaberschaft für das „Cox“ angeboten. Bitte was? Plötzlich war er völlig ungeplant Inhaber. Viele Jahre in Doppelspitze mit Chefkoch Holger Dankenbring, seit letztem Jahr allein. Das „Cox“ sei bis heute „das größte Geschenk“.
Bis heute zieht der Laden neben den treuen Stammkunden immer wieder große Namen an: Politiker sowie Filmschaffende, auch die, die in Hollywood gerade groß sind. Für das komplette Ensemble vom Schauspielhaus ist das hier quasi die Kantine. Genaue Namen will Tilo nicht nennen – er legt Wert auf Diskretion!
Seit Jahrzehnten ist das Cox die Anlaufstelle für Fine Dining, aber auf ungestelzter Ebene. Das liegt einmal an Tilos Art, der auch bei Promis kein Firlefanz-Theater veranstaltet. Es ist heute die Küche von Chefkoch Domenic Holtz, der den eh schon geschätzten Gerichten ein moderneres Kleid schneiderte. Die Servicekräfte, die seit 15, 20, 26 Jahren im „Cox“ arbeiten, völlig untypisch für die Gastro-Branche. Und dann noch Tilos stärkste Kraft: Restaurantleiterin Judith Damm, die wie ein Oktopus zu jeder Tages- und Nachtzeit alle Fäden zusammenhält und das „Cox“ längst umhegt wie ihr eigenes Baby. „Sie ist die Richtige für den Laden und für mich“, sagt Tilo über die Frau, mit der er seit zwölf Jahren auch privat zusammen ist. „Ich bin mir sicher: Irgendwann ist das ihr Restaurant.“




