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Serkan Uzun

SPOTLIGHT LANGE REIHE

Text: Andrea Hacke | Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 72

Liebe liegt im Raum, sobald Serkan Uzun seine Taschenkollektion oder die erschaffene Kunst an den Wänden erklärt: dreidimensionale Collagen, immer zu einem bestimmten Thema, in einer nie gesehenen Technik. Zusammengefügt aus kleinsten Details von Hunderten Fotos, die er ausgeschnitten versetzt anlegt, mit Präpariernadeln durchpiekt und dann auf unterschiedliche Höhen wieder von der Fläche hochzieht. So entstehen Werke, die der Betrachter aufgrund unzähliger Schnipsel immer wieder neu entdecken kann. Eine einzige Blüte braucht da schon mal fünf Nadeln, um perfekt zu sitzen. Sein Masterpiece, ein Bild von 2,40 Meter mal 1,60 Meter Größe und gebaut aus 6000 Fotos, besteht aus fast 42.000 Nadeln. Es hängt im Ernsting’s Family Pavillon der David Chipperfield Architects im Münsterland. An einem Werk sitzt der Künstler zwischen fünf Wochen und über einem Jahr. Vor 20 Jahren hat er mit dieser Kunst begonnen, stellte irgendwann in San Francisco und New York aus, heute hängen seine Werke in Singapur, Dubai, Paris, Hongkong, Rom – und in der Langen Reihe.

Der Weg dahin war Zufall. Früher hat Serkan als Grafiker gearbeitet, studierte dann an der privaten Modeschule ESMOD in München, die er mithilfe seiner Eltern und vieler Kellnerschichten finanzierte. Sein Abschluss: als Jahrgangsbester. Er machte damals schon lieber Nächte durch, statt eine Arbeit im noch nicht idealen Zustand abzugeben. Als Modedesigner fertigte er Einzelstücke auf Bestellung – eins seiner Kleider schaffte es in den Trailer von „Germany’s Next Topmodel“. Um in der Kunst frei arbeiten zu können, suchte er sich einen Teilzeitjob als Flugbegleiter bei der Lufthansa. So reiste er an die verschiedensten Orte, fotografierte Graffitis, Menschen, Architektur und kam irgendwann auf die Idee zu einem ersten großen Patchwork-Bild. Durch die große Nachfrage nach seiner Kunst war es ihm möglich, auch eine eigene Kollektion zu entwerfen: statt Kleidung nun Handtaschen, Weekender, Clutches –hergestellt aus Leder mit einem von Hand gefertigten Flechtmuster in neun verschiedenen Farben. Eine weitere Kollektion wird er diesen Herbst launchen, entwickelt nach einer Häkelarbeit seiner Mutter. Die platzt seitdem vor Stolz und hat schon bei ihm vorbestellt.

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