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Yu Garden

SPOTLIGHT ROTHERBAUM

Text: Simone Rickert | Fotos: Giovanni Mafrici

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Diesen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe 51

Eine verwinkelte Brücke führt über Teiche mit kleinen Fischen, durch Laubengänge über die Terrassen zum Eingang des Hamburger „Yu Garden“. Das Ensemble ist ein ziemlich exakter Nachbau des berühmten „Yu Yuan“ aus dem 16. Jahrhundert in Schanghai. 2008 hat unsere Partnerstadt Hamburg den Bau zwischen Feldbrunnenstraße und Binderstraße zum Geschenk gemacht. Ein Ort der Kultur, des Austauschs soll es sein. Im Garten wiegt sich leicht der Bambus im Wind, abends schaukeln bunte Lampions, im weitläufigen Haus ist viel Platz für Gastfreundlichkeit – man fühlt sich wie in einem kleinen Palast.

Qiuyi Chen hat das „Yu Garden“ im letzten Jahr als Restaurantbetreiber übernommen, zuvor aufwendig, mit Sinn für Tradition und Moderne renoviert. Der Chef hat reichlich Erfahrung: Mit seinen Brüdern Julian und Xinyi hat er das „Copperhouse“ auf St. Pauli und das „Half the Sky“ in Altona, Julian hatte schon 1994 in Wandsbek das „Ni Hao“ eröffnet. Ihre Kindheit haben die Brüder in der südostchinesischen Stadt Qingtian am Fluss Ou verbracht, ihre Liebe zu Hamburg hat auch mit der Lage unweit des Meeres zu tun. Und mit dem wunderbaren Fisch, den man hier bekommt.

Qiuyi Chen bezeichnet sich selbst bescheiden als „Hobbykoch“, die „Yu“-Küche überlässt er den Profis, aber das Gastgeben lag ihm schon immer: Menschen an einem großen Tisch zusammen-, Gästen die chinesische Kultur nahebringen. „Essen ist sehr wichtig für Chinesen, und es kann eine Brücke sein zwischen den Kulturen“, Qiuyi Chen ist übrigens auch der Präsident im Vorstand der Hamburger China-Gesellschaft e.V., organisiert Feste und Tagungen.

Die chinesische Küche ist so divers, wie das Land groß ist. Im „Yu Garden“ steht die Schanghai-Küche im Fokus: Sie ist leicht und frisch, die Geschmacksrichtung schwankt zwischen Süße und Schärfe, viel Gemüse, viele kleine Vorspeisen, ein Akzent liegt auf Fisch. Aber natürlich, weil die Deutschen sie so sehr lieben, gibt es auch Pekingente. Eher ungewöhnlich für ein chinesisches Restaurant ist die lange und originelle Weinkarte, auch den Reiswein muss man probiert haben. Die feine Auswahl, die auch Experten beeindruckt, ist ein ziemliches Highlight – zumal wir ja eigentlich in
einem Teehaus sitzen.

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